Zum Weltfrauentag am 8. März

Liebe Leser*innen,

am 8. März ist der Internationale Frauentag.

Der Frauentag entstand im Kampf um Gleichberechtigung und das Frauenwahlrecht Anfang des 20. Jahrhundert und stellt die Rechte der Frauen in den Mittelpunkt. Auch heute gibt es faktisch noch keine Geschlechtergerechtigkeit: Frauen verdienen u.a. durch Babypause und Teilzeit weniger als Männer (Equal Pay Gap), Care-Arbeit ist ungleich verteilt, entsprechend gibt es weniger Frauen in Führungspositionen. Migrantinnen haben es schwerer als Migranten bei der Integration. Das Recht der körperlichen Unversehrtheit ist keinesfalls gewährleistet: Zwangsheirat und Gewalt gegen Frauen haben System. Opfer in Partnerschaftsgewalt sind mit großer Mehrheit weiblich. Insbesondere bei sexualisierter und häuslicher Gewalt bestehen gesellschaftliche und rechtlich große Defizite.

Als Verband wollen wir uns von jeglicher Gewalt gegen Frauen und Mädchen distanzieren. Und doch bilden minimale und alltägliche Handlungen vieler Männer – wie z.B. sexualisierte Witze, exkludierende Sprache, vermeintlich lustige Sprüche – die Grundlage für solche Gewalt, ob gewollt oder nicht. Wir sind uns dessen bewusst, dass diese auch im Sport, im Verbands- und Vereinsleben, und damit wohl auch im Ju-Jutsu vorhanden ist.

Wir wünschen uns mehr Geschlechtergerechtigkeit, auch im Sport. Im Ju-Jutsu sind deutlich weniger Frauen als Männer aktiv und wir haben noch einen weiten Weg zur Gleichberechtigung von Frauen auf der Matte sowie in der „eigenen Halle“ zu gehen. Auch wenn wir im NWJJV diese Probleme nicht so einfach lösen können, so können wir ein Zeichen setzen:

Einige Vereine bieten rund um den Tag ein besonderes Training nur für Frauen an und geben ihnen so einen Schutzraum, eine neue Erfahrung oder eine Austauschmöglichkeit. Andere organisieren einen Frauen-Selbstverteidigungskurs. Dazu gibt es eine eigene Ausbildung zur Kursleiter*in FrauenSelbstSicherheit.

Es gibt auch ganz einfache Mittel, mit denen wir alle gemeinsam die Hürden und Hemmungen für Frauen im Kampfsport abbauen können, die Männer zum Teil gar nicht haben. Wir sollten sie dazu einfach mal fragen. Vielleicht haben sie mal Lust, ihre Lieblingstechnik zu zeigen, zu berichten, warum sie Ju-Jutsu trainieren, von Wettkampferfolgen zu erzählen oder auch strukturelle Verbesserungswünsche im Verein zu äußern. Im Kern geht es darum, ihnen Mitsprache, Sichtbarkeit und mehr Raum zu geben und damit einen Ort, in dem alle gerne und sorgenfrei Ju-Jutsu trainieren. Der Frauentag geht uns alle an!

Allen einen schönen Weltfrauentag 2026!

Veronika Wenzel, NWJJV